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30.11.2011 | Nordwest-Zeitung, Kathrin Janout
Politik im Hörsaal und im Rathaus
Alexander von Essen ist neu im Rasteder Gemeindeparlament – Er studiert in Oldenburg
Dass er es in den Rat geschafft hat, überraschte den 21-Jährigen. Er will „frischen Wind“ mitbringen.
Wird möglicherweise in Zukunft Schülern alles über Parteien erklären: Ratsherr Alexander von Essen absolviert ein Lehramtsstudium mit den Fächern Wirtschaft und Politik.
Rastede - Eigentlich wohnt der Weihnachtsmann ja am Nordpol, aber Politik macht er in Rastede – natürlich unter anderem Namen: Gerade gewählt für die CDU sitzt Alexander von Essen nun als jüngstes Mitglied im Gemeinderat – und ist nebenbei an den Festtagen als Weihnachtsmann unterwegs. Voller Tatendrang freut sich der 21-Jährige auf seine neuen Aufgaben im Schulausschuss sowie im Kinder-, Jugend- und Sozialausschuss. 

Berufswahl noch offen
„Ich war sehr überrascht, dass ich es vom letzten Listenplatz sofort in den Rat geschafft habe“, freut sich der Bürgermeisterneffe. Da ihm die Politik ohnehin im Blut liegt, begann er 2010 sein Lehramtsstudium für Politik und Wirtschaft in Oldenburg. Ob er dann tatsächlich Lehrer wird, stehe vorerst aber noch nicht fest. Vielleicht zieht es ihn auch wieder zum Journalismus zurück. Ob Lehrer oder Journalist – einmal im Jahr verbirgt der freundliche Jungpolitiker sein Gesicht hinter einem weißen Rauschebart, schnappt sich Jutesack und Rute, und überrascht die Kinder an Heiligabend mit Geschenken. 

„Weihnachtsmann zu sein ist ein toller Nebenjob“, erzählt er. „Die strahlenden Augen der Kinder und die unterschiedlichen Weihnachtstraditionen in den Familien. Es macht einfach Spaß.“ Die übrige Zeit im Jahr nutzt Alexander von Essen neben Studium und Politik für das Theaterspielen. Auf der Schulbühne beim politischen Kabarett liest er Merkel und Co. die Leviten und macht auch vor der Kommunalpolitik nicht halt.

Rund um das darstellende Spiel dreht sich auch die Arbeitsgemeinschaft „living history“ an der Kooperativen Gesamtschule (KGS), bei der sich von Essen als studentischer Mitarbeiter engagiert. Wenn sein eng beschriebener Terminkalender dann trotzdem mal eine Lücke aufweist, fotografiert er gern. Bevorzugte Motive habe er dabei aber nicht. „Ich stehe jedenfalls nicht stundenlang am Deich und warte, dass die Sonne untergeht“, sagt er grinsend. Dafür fehle ihm nun wirklich die Geduld. Eher halte er die Kamera drauf, wenn er etwas sehe, das in der Gemeinde nicht gut sei. 

An Abläufe gewöhnen
Dann nimmt er sein Foto mit in die Ratssitzung und spricht das Thema an. „Seit ich in der Politik bin, habe ich dauernd Augen und Ohren offen für die Dinge, die in der Gemeinde passieren“, bemerkt von Essen. Gewöhnen müsse er sich nur noch an die etwaige Langsamkeit der politischen Entscheidungen.

„Die jüngeren Mitglieder können frischen Wind in den Rat bringen“, hofft Alexander von Essen, „gut aber auch, wenn uns die älteren mit ihrer Erfahrung ein wenig bremsen“. Nur sollten sie dabei nicht zu sehr streiten, denn der Weihnachtsmann führt bekanntlich das goldene Buch.
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